EMA Reflexionspapier Biosimilars

Es gibt gute Nachrichten! Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat kürzlich ein Reflexionspapier verabschiedet, das die klinische Entwicklung von Biosimilars grundlegend neu ausrichtet.

Zentral ist ein wissenschaftlicher Paradigmenwechsel: Weg von großen Wirksamkeitsstudien, hin zu moderner Analytik.

Warum das möglich ist?

  • Weil heutige analytische Methoden Unterschiede zwischen Biosimilar und Referenzprodukt oft sensitiver erfassen als klinische Studien. Gleichzeitig gilt: „structure determines function“ – hohe strukturelle und funktionelle Ähnlichkeit erlaubt verlässliche Rückschlüsse auf Wirksamkeit und Sicherheit.
  • Fokus auf Analytik: Die umfangreiche Charakterisierung auf physikochemischer und funktionaler Ebene (in vitro) wird zum zentralen Nachweis der Biosimilarität.
  • Weniger klinische Studien. Große, aufwendige klinische Studien (Phase III) zum Nachweis der Wirksamkeit sind in der Regel nicht mehr erforderlich.
  • Schnellere Entwicklung: Ziel ist es, die Entwicklungszeiten zu verkürzen, Kosten zu senken und den Marktzugang zu erleichtern.
  • Versorgung verbessern: Mehr Wettbewerb bedeutet besseren Zugang für Patientinnen und Patienten.
  • Die Sicherheit bleibt unverändert hoch. Die regulatorischen Standards bleiben strikt, es wird lediglich die wissenschaftliche Evidenz stärker gewichtet.

Zum Nachlesen:

EMA Reflexionspapier Biosimilars