Wirtschaftsfaktor
Biopharmazeutika gehören aufgrund hoher Herstellungskosten zu den teuersten Arzneimitteln und erhöhen die Therapiekosten für den einzelnen Patienten überproportional. Die Verordnungen von Biosimilars können die Behandlungskosten um über 50% senken und sichern somit den breiten Zugang zu innovativen Therapien.
- Bis 2029 könnten allein in Österreich 600 Millionen Euro durch den Einsatz von Biosimilars gespart werden. [1]
- In Österreich haben Biosimilars in den letzten 16 Jahren zu einem Einsparungspotential von rund 1,9 Milliarden Euro beigetragen. [1]
- Die Entwicklung eines Biosimilars beträgt bis 300 Mio. Euro, die Entwicklung eines Originals im Vergleich dazu mehr als 1,6 Mrd. Euro. [2]

Biosimilars regen den Wettbewerb an und senken so auch die Preise der Referenzprodukte. Werden weniger Biosimilars auf den Markt gebracht, wird das Einsparungspotenzial massiv gedämpft.
Bis Ende 2032 verlieren 110 biologische Arzneimittel ihren Patentschutz.
In die Kategorie „High Sales“ von Produkten mit einem Jahresumsatz von über 500 Millionen Euro fallen 26 Biologika. Davon haben 27 Prozent noch keinen Biosimilar-Kandidaten in der Entwicklungs-Pipeline. In die Kategorie „Low Sales“ mit einem Jahresumsatz von unter 500 Millionen Euro fallen 84 Biologika, was 76 Prozent entspricht. Damit stellen sie die überwiegende Mehrheit der biologischen Arzneimittel dar, die das Patent bis Ende 2032 verlieren werden. Es wird erwartet, dass nur 7% dieser Produkte innerhalb der nächsten zehn Jahre Konkurrenz durch Biosimilars erhalten..
Es ist daher wichtig, darauf hinzuweisen, dass ein gesicherter Wettbewerb auf dem Markt der Biosimilars nicht vorausgesetzt werden kann. Es droht eine Biosimilar-Lücke, die das Einsparungspotenzial für die europäischen Gesundheitssysteme sowie das Zugangspotenzial für Patientinnen und Patienten gefährdet. Um einen nachhaltigeren Markt für Biosimilars zu schaffen, müssen die derzeitigen europäischen und globalen Rahmenbedingungen für die Regulierung und den Marktzugang neu bewertet werden.So kann eine gleichmäßigere Verbreitung von Biosimilar-Arzneimitteln in den relevanten Bereichen zu erleichtern.
Deshalb fordert der Biosimilarsverband, dass die Biosimilarsförderung im Sinne eines nachhaltigen Angebots auch bei Gleichpreisigkeit fortgesetzt wird.

Quellen:
ARGE Probiosimilars – Hohe Entwicklungskosten für Biosimilars
IQVIA – Biosimilar Void (pdf)
2025 IQVIA – Biosimilars-Verbrauchsstudie – Biosimilarsverband. Datenquelle: IQVIA DPMÖ & DPMÖK.
